Samstag, 7. Februar 2009

Das Denzeigefingererheben

Also lautet ein Beschluß: Daß der Mensch was lernen muß. – [...] Daß dies mit Verstand geschah, War der Lehrer Lämpel da. – Lehrer Lämpel ist ein Freund des erhobenen Zeigefingers. Die wunderschöne Geste des Denzeigefingerhebens führt man aus, wenn man sich überlegen fühlt. Achtung Zuhörer, bei mir kannst du etwas lernen. Gleichzeitig steckt in dieser kleinen Geste eine unterschwellige Drohung. Man ist sich bewußt, daß einem Sanktionen drohen, folgt man der Belehrung nicht. Lehrer Lämpel ließt wahnsinnig gerne die Zehn Gebote vor. Auch der Weißheit Lehren, Muß man mit Vergnügen hören. Diese Geste ist etwas für den Überlegenen. Politiker aller Zeiten haben sich diese Geste zu Eigen gemacht. Der kistenstehende Lenin schoß fast über das Ziel hinaus, als er mit seinem Zeigefinger pathetisch in den Himmel, sprich goldene Zukunft, wies. Ganz schlimm ist das Schütteln des erhobenen Zeigefingers. Niemand konnte dies besser als der Doktor. Gerade bei Menschen, die den Zeigefinger schütteln drohen angeblich, oder real die schlimmsten Sanktionen auf Verstöße gegen die Belehrung. Steht doch gerade die Drohung und nicht das Belehren im Vordergrund. Eine leicht abgewandelte Variante ist das Senken des erhobenen Zeigefingers und das damit verbundene Tippen auf die Tischplatte. Wer solches tut will mit besonderer Penetranz auf einen Sachverhalt hinweisen, von dem er der festen Überzeugung ist. Meist ist dies beim Zuhörer nicht der Fall. Moralisch gefestigte und mit einem höheren (staatlich oder kirchlich) Lehrauftrag ausgestattete Menschen heben den Zeigefinger nach dem Vorbild des Lehrer Lämpel.

Das Auftentischhauen

Oft kommt es bei einem Gespräch vor, daß man selbst oder sein Gegenüber mit der Faust auf den Tisch haut. Doch dies ist doch meist nur eine Ersatzhandlung unter quasi Zivilisierten. Der Tisch ist eine Metapher für das Gesicht seines Gesprächpartners. Ist es nicht das , was man eigentlich treffen möchte? Denken Sie nur einmal daran, wann Sie das letzte Mal mit der Faust auf einen Tisch gehauen haben. Es war doch eher in einem Streit, denn in einer gepflegten Diskussion. Man kann das Aufdentischhauen vielfältig gestalten. Mit etwas Schreien erzielt man hervorragende Effekte. Ein Bierkrug ist wie geschaffen, um diese schöne Geste auszuführen; Mehrmaliges Aufdentischhauen kann in einer Rede einen wichtigen Sachverhalt oder eine Kritik hervorheben, ist dann aber leider nicht so aggresiv, wie es sein sollte. Wird das Aufdentischhauen mit einem Aufspringen und Abwenden verbunden ist es das letzte Argument und das Zeichen, daß an diesem Punkt die Auseinandersetzung beendet. Lehrer hauen sehr gerne auf den Tisch. Doch machen sie es meist, um sich Gehör zu verschaffen. Das haben sie übrigens von Richtern übernommen. Leider sei es ihnen, so versichern viele Lehrer, verboten auch so ein schönes Hämmerchen dabei zu benutzen.

Heiraten oder Es lebe die Bürokratie

Um als Ausländer in China zu heiraten, benötigt man nur eine Ledigkeitsbescheinigung, ein Visum, 3 Fotos und ein Zeugnis. Visum, Fotos und Gesundheitszeugnis kein Problem!
Die Ledigkeitsbescheinigung gibt es in der Botschaft.
Die Information der chinesischen Behörden machte uns sehr froh. Endlich einmal etwas das sich in China ohne großen bürokratischen Aufwand erledigen ist. Außerdem könnten wir so, so dachten wir zumindest, dem bürokratischen Aufwand Ehefähigkeitszeugnis in Deutschland umgehen. Aber die deutsche Bürokratie wären nicht die deutsche Bürokratie, wenn sie nicht wüsste, wie man die Menschen doch noch ärgern könnte. Denn in der deutschen Botschaft bekomme ich meine Ledigkeitsbescheinigung nur, wenn ich ein Ehefähigkeitszeugnis vorweisen kann. Also bleibt nur der Weg über Deutschland und von dort ein von der chinesischen Botschaft beglaubigte Ledigkeitsbescheinigung nach China zu bringen. An dieser Stelle wiederum greift die chinesische Bürokratie.
Die chinesische Botschaft beglaubigt nur vom Bundesverwaltungsamt beglaubigte Dokumente. Das Bundesverwaltungsamt allerdings beglaubigt nur Dokumente die von einer Landesregierungsstelle beglaubigt wurden.

In China essen sie Hunde

Ich bin in China und auch ich habe schon Hund gegessen. Wenn jemand fragt wie denn eigentlich Hund schmecke, dann gibt es zwei Antworten. Die dumme Antwort: " Wie Hund eben.", oder die normale Antwort: " Ein bisschen wie Rindfleisch."
Doch nicht jeder der nach China fährt, wird in den Genuss von Hundefleisch kommen. Ob es Hundefleisch im Angebot oder zu essen gibt ist abhängig von der Saison. Hund gibt es nur im Winter. Dies hat keine geschmacklichen oder lebensmittelrechtlichen Gründe, sondern essens-medizinische Gründe.
Gemäß der chinesischen Lebensmittellehre ist Hundefleisch sehr warm und wärmt den Körper. Tatsächlich kam es mir nach dem Essen von Hund nicht mehr so kalt vor. Ob es nun an der Wärme des Hundefleisches oder an der scharfen Zubereitung des Fleisches liegt kann ich nicht beurteilen.

Freitag, 6. Februar 2009

Wieder da!

Nach langer Abwesenheit werde ich, zumindest habe ich es mir fest vorgenommen, wieder mehr schreiben.
Das ist leicht gesagt, aber schwer getan. Es fehlt nicht an Zeit, es fehlt nicht an Einfällen, es fehlt. Ja, woran fehlt es eigentlich?

Muse!!

Muse, die Tipparbeit zu erledigen.
Aber ich habe eine elektronische Sekretärin, die mir hoffentlich diese Arbeit abnimmt.

Klappt schon ganz gut!
Demnächst mehr.

Sonntag, 27. Mai 2007

Gedicht ohne Titel von Xu Xing

Auf der Suche nach zeitgenösischer chinesischer Lyrik bin ich auf ein nettes Gedicht von Xu Xing gestoßen. Der Autor ist Jahrgang 56 und hat (zumindest in der Übersetzung) eine klare, direkte und punktgenaue Sprache, die ohne große Stilmittelspielereien auskommt.




Ich erhebe mich vom Straßenrand,

Leicht gehe ich

Wie ich gekommen bin

Klopfe meinen Hosenboden ab

Kein Mädchen führe ich fort

Nur einen Boden voller Kippen lasse

ich zurück...

Samstag, 19. Mai 2007

Heißes Wasser

"Would you like to drink something?" Diese Frage in der Auslandsabteilung kam mir nicht verdächtig vor. Ich antwortete mit ja. Serviert bekam ich heißes Wasser.
Naja, heiß ist übertrieben. Das Wasser ist nicht so heiß wie Essen oder mein Kaffee, eher warm.

Das hat natürlich seinen Sinn und Zweck.
Der menschliche Körper hat seine Temperatur und das Wasser sollte auch ungefähr Körpertemperatur haben. So bekommt der Körper keinen Schock und wird nicht belastet. Das Herz muß weniger pumpen. Darüber hinaus schwitzt man weniger.

Ich kann nicht beurteilen, ob das alles stimmt oder nur eine weitere Theorie zur Gesundheit ist. Was ich beurteilen kann ist der Geschmack und der ist grausam. Ich habe mich mit Mühe und Not an Wasser ohne Kohlensäure gewöhnt, aber das dann noch warm muß nicht sein.

Dann doch lieber Tee oder mit Zitrone, wie es Huang Li macht.

Spucken

Chinesen spucken gerne.

Hin und wieder trifft man in Deutschland Menschen, meist Jugendliche, die auf der Straße spucken. Doch in China ist das an der Tagesordnung.
Man spuckt überall und nicht nur etwas Spucke aus dem Mund. Nein, das Spucken muß sich lohnen! Also holt man, was man bekommen kann nach oben.
Mit überall meine ich überall. Der Taxi- oder Busfahrer spuckt aus dem Fenster, man spuckt im Zug, im Bahnhof, auf der Straße eben wo es einen gerade überkommt. Man gewöhnt sich daran. Ich bin nur einmal an die Decke, als ein Schüler dachte, er müsse im Klassenzimmer während meines Unterrichts auf den Boden spucken. Die Regierung startet wohl den Versuch es der Bevölkerung bis zur Olympiade abzugewöhnen, aber ich bin mir nicht sicher, ob das gelingt.

Wer jetzt denkt, es wird nur Speichel gespuckt, der irrt!

Bevorzugte Knabbereien sind Sonnenblumen- oder Kürbiskerne, die mit Schale in den Mund gesteckt werden. Die Schale muß aber ja irgendwie wieder raus! Super sind auch Pistazien oder Melonen.

Auch bei normalem Essen (in der Mensa, zu Hause oder im Restaurant) kann es einmal vorkommen, daß etwas im Mund landet, was wieder raus soll. Dies können Knochen, Gräten oder etwas, was nicht schmeckt sein. Der Umweg über die Hand ist nicht nötig. Der Weg vom Mund auf den Tisch ist zeitsparend und viel hygienischer. Was man mit der Hand so alles berührt hat; und die dann an den Mund. So etwas ist nur noch eklig.

Freitag, 18. Mai 2007

阴阳 Zugfahrt

Auf meiner Fahrt nach und von Shanghai konnte ich Yin und Yang am eigenen Leib erleben und erfahren.

Auf der Hinfahrt konnte ich nur noch eine Stehplatzkarte kaufen. Das lag zum einen daran, daß die Maiwoch von sehr vielen (und es gibt eine Menge) Chinesen genutzt wird, um selbst in Urlaub zu fahren. Zum anderen mußte ich noch auf die Polizei und ein Amt, um meine Aufenthaltserlaubnis zu beantragen und abzuholen. So war es nicht sicher, ob ich Sonntag oder erst Montag fahren konnte. Es wurde Montag, der erste Ferientag und Hauptreisetag aller, die über die Ferien Nanchang verlassen wollten. Dementsprechend voll war dann auch der Zug.
Doch quoll schon der Bahnhof über. Chinesische Bahnhöfe sind fast wie Flughäfen. Rein kommt nur, wer eine Fahrkarte hat. Danach geht man in seine Wartehalle und wartet vor einem Gitter, bis man zu seinem Zug aufs Gleis darf. Über dem Gitter steht der betreffende Zug angeschrieben und kaum daß er angeschrieben steht (in meinem Falle gute anderthalb Stunden vorher) bildet sich vor dem Gitter eine Schlange. Darf man endlich zu seinem Zug aufs Gleis und hat seinen Waggon gefunden ist drängeln und schieben angesagt. Cenophobiker sind hier gut aufgehoben, doch wer kein Gedränge und keine Menschenmassen mag, sollte mit etwas anderem als der Bahn reisen. Die Reisenden drängeln und was noch viel besser ist: die Schaffner stehen an den Türen und drücken mit Gewalt die Nachfolgenden in den Zug. Die Chinesen nehmen das alles erstaunlich gelassen hin. Ich sah nur zwei junge Frauen, die sich lautstark über der Schaffner beschwerten, doch hatten sie keine Chance ihren Ärger beim Schaffner abzuladen, da der stoisch seine Arbeit tat und die beiden mit anderen Reisenden tiefer in den Zug schob. So wurde dann auch ich in den Zug befördert.
Ich war drin und die Fahrt konnte beginnen.
Mein kleiner Campinghocker, so stellte sich heraus, war beim 1 minütigen Probesitzen zwar noch bequem gewesen, doch eignete er sich nicht dazu eine Zugfahrt von 12 Stunden auf ihm auszuhalten.
So verbrachte ich die Fahrt in bedrückender Enge, stickiger Hitze und Zuglärm (ich hatte mich bei einem Druchgang zwischen zwei Waggons niedergelassen) abwechselnd stehend und dann wieder auf meinem Hocker. An Schlaf war nicht zu denken. Ich habe keine Ahnung, wie die Chinesen das machen, aber sie können in jeder Position schlafen. Stehend mit dem Kopf an der Wand, auf einer Zeitung am Boden, ja sogar mitten im Weg ohne sich daran zu stören, daß jeder über sie steigen muß.
Zwischendurch kamen Zugbegleiter mit Trolleys durch und versuchten Getränke oder Essen an den Mann zu bringen. Wasser, kalte Hühnerbeine und warme Nudeln fanden großen Anklang, weswegen der Boden bald mit leeren Plastikflaschen, Knochen und Styroporverpackungen bedeckt war.
Alles in allem war meine Hinfahrt ein wahren Yin.

Die Rückfahrt war sehr kompfortabel.
Da der Shanghaier Bahnhof den Zugang zum Gleis nach Waggongnummern staffelte und da etwas weniger Menschen am Montag nach den Ferien mit dem Zug fuhren, blieb die Drängelei am Gleis aus. Im Waggon wurde weniger geschoben, da jeder einen Platz hatte. Ich konnte schlafen und es gab sogar Behälter für Müll, die nicht nur benutzt wurden, sondern auch stündlich geleert wurden. Zur Unterhaltung der Reisenden wurde aus Lautsprechern Musik gespielt und ein freundlicher Schaffner erkundigte sich bei einem nach dem Reiseziel. (Dummerweise habe ich nicht verstanden warum; ich habe nur mitbekommen, daß er jedem Fahrgast die selbe Frage stellte und die Antwort, die offenbar ein Stadtname war, da ich auch Nanchang hörte, auf einem Klemmbrett notierte. Als die Reihe an mir war habe ich auf die Frage ganz souverän mit 'Nanchang' geantwortet und der Herr war zufrieden.)
Aber die Rückfahrt wäre noch nicht Yang gewesen, wenn man für keinen Ausgleich für die stickige Hitze der Hinfahrt gesorgt hätte. Die Klimaanlage war an und offenbar wollte jemand demonstrieren wie gut sie funktionierte. Es war kalt. Ich mußte eine Weste und meine Jacke anziehen um nicht zu frieren.
Doch sonst gab es auf und an meiner Rückfahrt nichts zu beanstanden.
Pünktlich zur morgendlichen Musik erreichte ich meine Wohnung und legte mich nach einer Dusche nochmal schlafen, bis ich um halb zwei zum Unterricht fuhr.

Dienstag, 24. April 2007

Schüler DADA

Der Zufall ist ein großer Autor von Gedichten. Manchmal hilft es auch offenen Auges einen Aufsatz zu lesen, um ein gutes Gedicht zu finden. Alles, was der Dadaist noch tun muß ist den Satz in die richtige Form bringen.
Dies ist der eigentliche kreative Schaffensprozeß. So wird aus einem nicht verständlichen Satz erst ein Gedicht, in dem die ganze Weisheit der Welt verborgen liegt. Der Schreiber ist sich dessen nicht bewußt. Er schreibt einfach einen ernsten Satz und erkennt noch nicht einmal die Fehler, die in ihm sind. Er hat eine klare Aussage. Freilich bleibt diese selbst im Dunkeln seines Geistes verborgen, aber der Dadaist erkennt das Potential hinter den Worten. Die Steigerung, die im Verbessern endet. Die Kritik am Egoismus wird erst deutlich, wenn der Dadaist sein Werk vollbracht hat. Der Dadaismus bringt Chaos in die Ordnung, entdeckt im Chaos die Ordnung, die der Welt zu eigen ist und sie erklärt. So offenbart sich der Unsinn als Sinn, wird klar, was nicht gemeint ist.
Der Dadaist schafft wahre Schönheit in einer häßlichen Welt voller Fehler.

Was aber das Gedicht betrifft:


Ich bleibe
wir bestimmen
zusammen
Improve!

Samstag, 21. April 2007

Frühling 2007

Tag für Tag
Sehe ich die unbekannten Pflanzen im Garten,
Die femden Gesichter auf der Straße,
Meine vertrauten Bücher im Regal
Und all die Zeitungen mit den Nachrichten
Von den Blutbädern verstehe ich nicht.

Überwindung der Angst

Manchmal ertappe ich mich
die Wohnung nicht verlassen zu wollen.
Alles ist fremd und ängstigt,
weil ich es nicht verstehe.
Dann fällt mir ein,
daß nicht meine Umgebung,
sondern ich das Fremde bin.
Und dann trete ich vor die Tür
und lasse mich darauf ein.

Meine erste Suppe





Man nehme:

Wasser
Algen
Karotten
Pfeffer
Salz





Alle Zutaten werden in einen großen Topf gegeben und bei mittlerer Flamme solange gegart, bis die Algen bißfest sind. Wer seine Karrotten nicht so weich möchte, sollte sie erst später hinzugeben. Doch gerade das Zusammenspiel, der weichen auf der Zunge schmelzenden Karotten mit dem festen Kern der Algen ist es, was diese Suppe zu einem kulinarischen Hochgenuß werden läßt.



Der Phantasie diese einfache Suppe zu variieren sind keine Grenzen gesetzt. Kochen Sie doch einmal etwas Kleinfleisch oder unterschiedliches Gemüse in der Suppe.

Schlafzimmer




Rund ein drittel seines Lebens verbringt der Mensch mit Schlafen. Bei mir wären es deutlich mehr, wenn nicht jeden Morgen um 6:30 Uhr Marschmusik das Heranbrechen eines neuen Tages verkünden und die Menschen zur Arbeit rufen würde.


Das Dumme ist nur, daß ich den Montag frei und bis auf Freitag nur nachmittags Unterricht habe. Zum Glück ist der Mensch ein Gewohnheitstier und ich werde nur noch kurz aus Morpheus Armen gerissen.


Die Bettwäsche ist ein schönes Beispiel für chinesische Kitsch-Ästhetik, doch darauf werde ich noch gesondert zu sprechen kommen.

Arbeitszimmer





Ein eigenes Arbeitszimmer!

Der Blick aus dem Fenster offenbart eine triste Hinterhofszenerie, die erst gar nicht dazu einlädt seine Gedanken abschweifen zu lassen. So kann man sich voll und ganz auf seine Arbeit konzentrieren.

Wohnzimmer




Das geräumige Wohnzimmer spricht für sich.


Es sei nur angemerkt, daß die Holzsessel bequemer sind, als sie aussehen.


Kochgelegenheit





Eine Küche mit nur zwei Kochplat- ten bin ich noch aus Mainz gewohnt und da hier vieles in einen Topf geworfen wird ist es völlig ausreichend.

Dafür habe mehr Platz als jemals zuvor. Dank des ausziehbaren Tisches kann ich mit 5 Gästen kochen und essen, ohne eine Einschränkung oder Enge zu spüren.


Was fehlt ist ein Backofen. Aber wer braucht schon einen Backofen, wo es in China keine Tiefkühlpizza gibt?

Vollkommen unnötiger Raum




Es gibt einen Raum in meiner schönen Wohnung, mit dem ich nicht viel anfangen kann. Er liegt zwischen Flur und Schlafzimmer und enthielt bei meinem Einzug nur einen Kleiderschrank. Mittlerweile hat sich das Interieur noch um einen Wasserspender erweitert. Das aber auch nur, weil in diesem Raum die einzige ungenutzte Steckdose zu finden war und der Wasserspender Strom braucht, damit ich immer gesundes Heiß-Wasser habe.

Donnerstag, 19. April 2007

Mein Luxusbad





Das erste, was ich von meiner neuen Wohnung sah, war das Bad.
Willkom- men in den 60ern schienen mir die Amaturen entgegen- zurufen.

Noch heute verstehe ich nicht, wie jemand auf die Idee kommen kann einen Duschkopf fast senkrecht an die Wand zu montieren.




Freitag, 23. März 2007

Gedanken über Deutschland

Eigentlich sollten hier vor meinem Abflug einige Gedanken von mir stehen, aber jemand anderes hat mir die Arbeit abgenommen.

Donnerstag, 13. Januar 2005

Grünstadt

Grünstadt ist eine sehr bunte Stadt. Seinen Namen hat Grünstadt aber nicht von der Farbe, sondern von seinem Gründer, dem (wie Quellen belegen) Farben auch sehr gefielen. Früher war der durchschnittliche Grünstadter braun, doch das ist lange vorbei. Heute ist das Rathaus auch ab und zu rot, doch nicht so rot wie das Rathaus in Hamburg. Das Rathaus in Grünstadt kann auch schwarz sein, das Hamburger Rathaus ist immer rot, auch wenn es schwarz ist. Das sind Farben, die man nicht sieht. Ist aber Weinfest, dann sammeln sich bunt angezogene Kinder um lustig buntblinkende Fahrgeschäfte, dies sind die Farben die man sieht. Leider sind solche Feste nur zwei mal im Jahr. Im Sommer sammeln sich daher die bunten Menschen auf dem Berg. Dort ist ein Park und der ist sehr schön grün. Im Winter ist Grünstadt grau wie jede andere Stadt. Da aber die Grünstadter Farben so lieben hängen sie bunte Dinge in die Fenster und Grünzeug auf die, oder besser über die Straße. Wenn es regnet wird die Stadt naß. Das ist nicht schön, aber das Licht, das sich in den Tropfen bricht, ist bunt. Einmal gab es in Grünstadt wegen der Farben Streit. Das war, als die Roten, Gelben und Grünen entdeckten, daß die Schwarzen schwarze Kassen hatten. Die wollten die anderen auch. Doch schwarze Kassen paßten nicht zu ihrer Farbe, sie wollten rote, gelbe und grüne Kassen. Die gibt es aber nicht im Wörterbuch und was da nicht drin steht darf es in Grünstadt nicht geben. Also mußten wegen der Gerechtigkeit die Schwarzen ihre schwarzen Kassen auch abgeben. Jetzt gibt es in Grünstadt nur noch offengelegte Kassen, die haben gar keine Farbe. Hört man einen Grünstadter zum ersten mal sprechen ist man sehr verwundert. Ganz Fremden kann es passieren, daß sie nicht alles verstehen, was er sagt. Das macht aber nichts, man gewöhnt sich daran und wenn man in Grünstadt aufgewachsen ist fällt es einem gar nicht auf. Als Grünstadter bemerkt man dies erst, wenn man in die Ferne zieht und nicht verstanden wird. Wenn der Grünstadter etwas so liebt, wie seine Farben, dann ist es Wein. Er veranstaltet sogar Feste für ihn. Das sind die obig genannten Weinfeste. Es gibt zwar auch ein Bierbrauhaus in Grünstadt, aber eben nur ein Haus (für Wein gibt es sogar viele Höfe, die auch alle sehr bunt sind). Mag man Bierfeste muß man nach Bayern, das ist aber nicht bunt, sondern nur schwarz. Nur eine Farbe mag man in Grünstadt nicht. Grünstadt liegt in Deutschland. Deshalb sind seine Straßen wie alle in Deutschland grau. Das gefällt dem Grünstadter aber nicht. Darum hat Grünstadt eine Verkehrsführung erfunden, die ein schnelles Vorankommen unmöglich macht. Viele Ampeln mit bunten Lichtern und einige Kreisel mit grüner Innenbepflanzung sorgen für einen stockenden Verkehr. So sieht der Grünstadter immer bunte Autos, wenn er aus dem Fenster Schaut. Den Lärm nimmt er ob der Farben in Kauf, ist Grünstadt doch ansonsten eine sehr ruhige Stadt. Das Motto von Grünstadt, so war jedenfalls einmal auf T-Shirts und im Internet zu bestaunen: Grünstadt, wir blühen auf. So wird der zukünftige Besucher darauf aufmerksam gemacht, daß der Grünstadter einen starken Gemeinschaftssinn besitzt, sonst würde es ja heißen: Grünstadt, einige (oder: der ein oder andere) blühen/blüht auf. Aber es sind alle, die aufblühen, bunt wie die Blumen im Frühling, so ist Grünstadt.

Reaktion Daschners, oder eines anderen

zu den neusten Schlagzeilen
aus Bagdad oder Afghanistan:
"Ich habe gedacht
wir foltern
nicht mehr.
Oder etwa doch?"

Außenpolitische Nachrichten einer Tagesschau Januar 1985

Syrien schickt Truppen in den Libanon.
Fidel Castro redet über Enstspannung mit den USA.
In Neukaledonien liefern sich Weiße und Kanaken Straßenschlachten.
Tausende Menschen aus Dafur treibt der Hunger zur Flucht nach Äthiopien.
Die BRD ist nicht mehr in der Lage die tamilischen Bürgerkriegsflüchtlinge unterzubringen.
Aufgrund der langen Kälteperiode gab es Tote in Frankreich.


Zum Glück haben wir heute wenigstens milde Winter.

Dienstag, 28. Dezember 2004

Was ist das? Mit Anmerkung

Die größte amerikanische Botschaft
der Welt
steht auf dem Gelände,
von dem aus
der größte Diktator*
der Welt
sein Volk quälte.
Ist es Pragmatismus,
Zynismus, oder nur
Die Darstellung der wahren Verhältnisse?

*Anmerkung zu Was ist das?
Ich dachte immer Hitler
Sei der größte Diktator der Welt.
Doch mir wurde
Von höherer Stelle mitgeteilt
Besagter Diktator
Sei schlimmer als Hitler.

Es ist geschafft



Nachdem das Militär
zivilisatorische Errungenschaften abschaffte
wurde in der Welt protestiert.
Doch hofft nun jeder,
auf einen freien Irak,
in dem die Zivilisation
Einzug hält.
Bestes Zeichen:
Saddam Husein steht
vor Gericht.
Ihm droht die wiedereingeführte
Todesstrafe.
Doch dagegen protestiert niemand.
Ist sie doch solch eine
abgeschaffte Errungenschaft.

Kakophonisches Sonett an die Europäische Politik

Damals gab es harten Diskussionsbedarf.
Anstatt zu reden wurde uns
Der Kampf der Systeme gepredigt.
Wir folgten in viele Kriege.

Heute gibt es harten Diskussionsbedarf.
Anstatt zu reden wird uns
Der Kampf der Kulturen gepredigt.
Wir folgen in viele Kriege.

Damals wagte Europa etwas.
Das deutsche Wort dafür hielt
Sogar Einzug ins Englische.

Heute sollte Europa alles
Daransetzen, ein neues Wort
Zu erfinden.

Gegengedicht zu "Gespräch zweier großer Staatsmänner im Himmel oder in der Hölle"

Wärst du Maler geblieben,
hätten wir weniger Leid zu beklagen.
Dennoch,
wäre ich heute nicht so wie ich bin.

Wärst du Schauspieler geblieben,
hätten wir weniger Leid zu beklagen.
Dennoch,
wäre ich heute nicht so wie ich bin.

Wenn es einen verzeihenden Gott gibt,
treffe ich euch im Himmel.